Gründung

„Ski heil! – jetzt auch in Gütersloh. Die Aufgaben und Möglichkeiten eines Flachlandskiklubs sind begrenzt, wenn man aber so an sie herangeht, wie es die Skifreunde Gütersloh vorhaben, kann man nur Glück auf wünschen“, druckte die „Freie Presse“ nach der Gründungsversammlung der Skifreunde Gütersloh, die am 26.10.1949 im Gasthaus „Schröder“ stattgefunden hatte.

Vorher hatten bereits im Winter 1948/49 die „Männer der ersten Stunde“ – Heinz Pieper, Hans Schmidt und Rudi Wünsche – erste Skifahrten ins Sauerland organisiert. Sie trafen sich im Herbst 1949 im „Spiekerkeller“ mit Dr. Walter Hiersemann, Friedrich Kipp und Helmut Wiltmann, um die Gründung eines Skivereins zügig voranzutreiben. An der Gründungsversammlung am 26.10.1949 nahmen 150 Anhänger des weißen Sports teil, spontan trugen sich davon 124 Mitglieder in die Vereinsliste ein. Die damalige Zielsetzung lautete: „durch verbilligte Anschaffungen der erforderlichen Geräte sowie Schaffung günstigster Fahrmöglichkeiten zu den Wintersportplätzen den Gedanken der Breitenarbeit zu fördern.“

1. Vorsitzender wurde Dr. Walter Hiersemann, sein Stellvertreter wurde Helmut Wiltmann. Weiter gehörten dem Gründungsvorstand an: Hans Schmidt, Heinz Pieper, Wilhelm Flöttmann, Hilde Fissmer, Walter Hoffschildt, Hans Elias und H. Beckmann aus Wiedenbrück.

Am 4. November 1949 wurde der Skiverein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Gütersloh eingetragen.

 

Die Skihütte

1956 verkaufte Werner Teske den Skifreunden seine Hütte in Langewiese mit gesamtem Inventar für DM 7.000. Das Erbpachtgrundstück kostete 60 DM im Jahr. 15 Personen konnten übernachten, weitere Gäste nutzten Bänke und Schlafhängematten. Ein Auszug aus dem ersten Hüttenbuch: „Übernachtung: 0,50 DM für Jugendliche, 1,00 DM für Erwachsene, Nenngeld für Vereinsmeisterschaften je Wettkampf: Jugendliche 0,50 DM, Erwachsene 0,75 DM.“ Die Skifreunde zählten damals 450 Mitglieder. Wenn am Reisebüro Teske die „grüne Fahne“ gehisst war, fuhren Skibusse nach Langewiese, Altastenberg, Neuastenberg und Willingen. Bis zu 10 Busse hintereinander!

Nachdem ein Kamin gemauert war, ein Jahr später das Schleppdach aufgestockt und ein Windfang gearbeitet war, wurde die Hütte in den Jahren 1958-1960 unterkellert – der Boden mit Kohlenschaufeln von innen per Hand ausgehoben. Im Keller entstanden Kohlenkeller, Skistall und zwei Waschräume mit WC. Die Skihütte platzte am Wochenende „aus allen Nähten“. Am 2.6.1960 erfolgte dann die Baugenehmigung zum Anbau des Seitentrakts – 3.650 ehrenamtliche Arbeitsstunden leisteten die Vereinsmitglieder, überwiegend am Wochenende.

Von 1962 bis 1981 betreuten Hans und Friedchen Rieger die Skihütte. Sie waren maßgeblich am ersten und auch am 1964 folgenden zweiten Erweiterungsbau beteiligt. Nicht zu vergessen – auch am „zünftigen Hüttenleben“ mit Gesang und Hausmusik.

Seit 1968 verfügt die Hütte über eine Heizungsanlage. Der Küchenherd wurde gegen einen „ölbeheizten Hotelherd“ ausgetauscht – wenn der heiß war, flimmerte die Luft in der Küche. Die Hütte war in den 60er und 70er Jahren ständig ausgebucht. Skibusse – einzelne noch mit „Holzkocher“ angetrieben – beförderten z.B. 1968 453 Personen, 1969 sogar 661 Personen nach Langewiese.

1972 wurde das Grundstück mit dem Hang gekauft, so dass die Skifreunde heute Eigentümer von ca. 2000 Quadratmetern Grundfläche sind und der Ausblick in Richtung „Kahler Asten“ unverbaubar ist. Seit dem letzten Erweiterungsbau im Jahre 1986 verfügt das Haus über 34 Schlafplätze, 2 Aufenthaltsräume, eine moderne, vollständig eingerichtete Küche und Sanitäranlagen, Umkleide und Skikeller. Alles wird von Karl-Heinz und Karin Lütgert regelmäßig bei den anberaumten „Hüttenrenovierungen“ mit Elan „auf Vordermann“ gebracht. Der direkt angrenzende Rodelhang gehört unweigerlich zur Charakteristik des Hauses.

 

Skisport

Bereits 1958/59 verfügten die Skifreunde über erste Übungsleiter. Helmut Hoffschildt und Jürgen Siebold gehörten sogar zu den ersten Übungsleitern des Westdeutschen Skiverbandes. Erste DSV-Lehrwarte waren später Helmut Hoffschildt, Max Springer und Rudi Wünsche. In den 50er und 60er Jahren gehörten die Gütersloher Skifreunde in der Skitouristik zu den führenden Vereinen des WSV.

Winter mit konstanter Schneelage im Hochsauerland von November bis manchmal April boten gute Voraussetzungen für heimische Aktivitäten. Vereins-, Bezirks- und Verbandsmeisterschaften wurden mit großer Beteiligung durchgeführt. Schon bevor Langewiese Domizil der Skifreunde wurde, starteten sonntags bis zu 15 Skibusse regelmäßig in Richtung Altastenberg (Kapellenhang).

Solange es die Schneelage erlaubte, wurde dann jedes Wochenende in Langewiese „Skischule“ gefahren – anfangs direkt an der Hütte, Jahre später im „Bierloch“. Hangtreten war Voraussetzung – danach konnte jeder seinen Bogen üben.

In Langewiese fanden erstmals 1957 Vereinsmeisterschaften statt – dann regelmäßig über 40 Jahre lang. Alle, die auf den Brettern auch nur stehen konnten, maßen ehrgeizig ihre sportlichen Leistungen, angefangen von Kindern bis hin zur Altersklasse III; in den ersten Jahren noch mit Holzski, Kabelzugbindungen und einfachen Schnürschuhen.

Von ersten Hochgebirgsfahrten wird bereits seit 1951 berichtet. Jahrzehntelang leiteten etliche Gütersloher Skifreunde Hochgebirgsfahrten des Westdeutschen Skiverbandes – regelmäßig begleitet von zahlreichen Vereinsmitgliedern – darunter Harald und Horst Ebert, Hartmut Giljohann, Helmut Hoffschildt, Werner Knuhr, Hans Rieger, Peter Wartha, Gerd Wellendorf, Rudi Wünsche.

Die Übungsleiter und Skilehrer organisierten Kinderfreizeiten in der Skihütte und regelmäßige Trainingsmaßnahmen. Allgemeines großes Interesse an den Wintersportmöglichkeiten im Hochsauerland schufen Voraussetzungen für zahlreiche sportliche Erfolge. Deshalb war auch der Leistungssport bei den Skifreunden von Anfang an bedeutend. Zahlreiche sportliche Erfolge verbuchten die Skifreunde durch die kompetente Breitenarbeit der Übungsleiter des Vereins. Aus dem Verein gingen mehrfach westdeutsche Meister/Innen hervor.

Seit ca. 10 Jahren veranstalten die Skifreunde jährlich eine Skireise in die Alpen, die von den Übungsleitern des Vereins betreut wird. Diese Fahrten erfreuen sich großer Beliebtheit.